Rund um den Kirchturm? Niemals!

Allzu lange hat der Vorsatz in meiner noch sehr kurzen Rennkarriere nicht gehalten, aber wenn der Taktikpapa der haberich cycling crew Team lillifee („ich erwarte Anwesenheit“) ruft, dann traue ich mich nicht zu widersprechen und nutze die Zeit zum Üben vom Kurvenfahren.

Troisdorf-Spich, 08. Juli 2017.

Richtig motiviert war ich nicht. Es war so heiß, der Kopf schon rot und als es vor dem Start eine deutliche Verzögerung wegen eines Falschparkers auf der Strecke gab, keimte die Hoffnung auf, dass die Hobbyklasse eventuell gar nicht starten könnte. Ging dann aber leider doch irgendwann los, zum Glück mit dem kleinen Hinweis vorab, dass es eine Extra-Wertung für die teilnehmenden Damen geben wird. Kurz umgeschaut – wir waren zu dritt: Blumenstrauß check. Losfahren, einklicken, umschauen: Mal wieder ganz hinten. Ging also richtig gut los, der persönliche Wachhund war nach zwei Kurven auch schon fast außer Sichtweite, der Blumenstrauß in Gefahr! Nach zwei, drei Runden hatten wir uns aber eingespielt, die Dampfradler aus Runde 1 wurden nach und nach auch immer langsamer, der Wachhund vorneweg und ich im Anweisungsmodus dahinter. Für Höflichkeit war keine Zeit, deswegen fielen die Kommentare zur Freude der Zuschauer kurz, knackig und laut aus. Zu Hause sprechen wir anders miteinander, ehrlich!

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Zum Ende hin wurde die Kurventechnik (rechts herum) tatsächlich ein wenig besser und ich musste nicht mehr jedes Mal eine Riesenlücke zufahren. Die leicht ansteigende Zielgerade war mein Ding, da konnten wir uns auch immer wieder absetzen. Augen zu und fahren, bis der Kopf fast platzt, macht halt einfach Spaß.

Ergebnis: Platz 2 von 3 bei der Premiere und es war spaßiger als gedacht. Vielleicht mach ich das also nochmal irgendwo mit, gutes Training ist es in jedem Fall.

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Danke an den besten Fanclub an der Strecke, danke für die vielen tollen Fotos, danke an den RV Blitz Spich für die nette Organisation und die Einführung der Extra-Wertung und besonders viel Dank an den fleißigen, tapferen, nervenstarken Wachhund. Gibt Kuchen.

Die Fotos sind vom wunderbaren HaWe Vits, noch viel mehr Bilder, auch der Teamkollegen, von Martin Höller und Berichte zu allem und jedem gibt es wie gewohnt unter www.haberich.de

Rund um Köln

Rund um Köln bei bestem Wetter und kurz vor dem Ziel warnten die Ordner vor einem „Unfall“. Wieder irgendein übermotivierter Typ, der sich beim Sprint auf die Nase gelegt hatte. Notarzt, Sanitäter, Krankenwagen und am Boden einer im hcc-Outfit.

Frage im Ziel: „Wer lag da?“ Knackige Antwort: „Peter.“

Dann tat jeder das, was er am besten kann:

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Pokale, Pokale, Pokale!

Konnte ja keiner wissen, dass es auch noch Taschen zu gewinnen gibt…

German Cycling Cup, Episode 1, Göttingen. Premiere in Startblock A, Premiere als Gast-Team-irgendwasdazwischen-Mitglied der haberich cycling crew, Premiere als Frau zwischen Männern. Früh aufstehen, schnell radeln, nicht stürzen und wieder nach Hause. Das war der grobe Schlachtplan. Im Hintergrund wurde über Podestplätze fantasiert, das wurde meinerseits mit einem (müden) Lächeln quittiert. Meine ganz persönlichen Hauptsorgen: Einklicken am Start in vorderster Reihe und die Abfahrt vom Hohen Hagen. „Ganz entspannt“ sollte es losgehen, mit „neutralisierter Phase“. Kein Ding.  Ehrlich? Ich war schon vollkommen erledigt, bevor das Rennen angefangen hat. Die Stresskurve:

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Die ersten paar Minuten zeigen das Warten im Startblock und als es losging, war es eigentlich schon vorbei. Der vorgesehene Windschatten – Marcs Hinterrad – war lange weg, aber direkt aufgeben ist auch peinlich, also suchte ich mir ein anderes Hinterrad und stresste meine Bronchien im hinteren Teil dieser Startgruppe. Erste Abfahrt. Gruppe wieder weg. Blöd. Die kurze Anfahrt zum Hohen Hagen war ich also alleine, konnte mich da aber auch wieder ein wenig erholen. Bergauf war ich auch ziemlich einsam, ein paar wenige vor mir in Sichtweise, ein Schneller von hinten (:-*) und schon war ich oben. Nach unten hat es dann wieder länger gedauert, aber dadurch wurde ich von meinen beiden Teammitgliedern Ben und Chris aufgesammelt und die beiden brachten mich flott und zielstrebig ins Ziel. Nach jeder Kurve und jedem Hubbel wurde geschaut, ob ich noch dran war und notfalls auch mal gewartet. Danke für diese tolle Teamleistung, Ihr hättet es nicht besser machen können!

Im Ziel war ich erstmal froh überhaupt angekommen zu sein. Kein Sturz, Lunge noch im Brustkorb, nicht erfroren. Mit dem Ergebnis bin ich mehr als zufrieden: Platz 4 gesamt (ärgert mich, aber da waren halt drei andere stärker), Platz 1 in der Altersklasse. Anfängerfehler: Keine Bürste, keine Schminke, keine Jacke im Ziel. Sieht man auch, aber egal.

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Der Rest kann auch wirklich zufrieden sein – Rang 3 in der Teamwertung bringt zwar keinen Pokal, aber immerhin ne Kiste Bier.

Danke, Lillifees, macht Spaß mit Euch!

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Die andere Seite

Kaltern am See, 02. April 2017. Ich weiß noch genau, wie nervös ich im vergangenen Jahr angereist war. Trainingslager, Allstars, Trainer, Training! Alles war neu, voll und laut, durchgetaktet und anstrengend. Ich war so überfordert von allem, ich war langsamer als alle anderen und die Pässe wahnsinnig steil… Das Selbstbewusstsein kam später wieder, aber in dieser Woche hab ich doch manchmal sehr an mir, meinen Fähigkeiten und der Idee vom Ötztaler Radmarathon gezweifelt.

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